Ratgeber für Grenzgänger
In Österreich wohnen, in der Schweiz oder in Liechtenstein arbeiten: Jede Frage hat hier ihre eigene Seite, mit den wichtigsten Punkten zuerst, einer Anleitung, wo es eine braucht, und den Quellen darunter.
Stand September 2026. Richtwerte und Erfahrungswissen, keine Rechts- oder Steuerberatung. Was nicht amtlich belegt ist, steht als offener Punkt dabei.
Arbeiten in Liechtenstein
Meldung statt Bewilligung, 4 % Quellensteuer, eigene Krankenkasse mit Arbeitgeberbeitrag, die höchste Kinderzulage der Region. Alles zu Liechtenstein auf einen Blick
Meldung und Ausweis (GMB)
Wer in Österreich wohnt und in Liechtenstein arbeitet, braucht keine Bewilligung, sondern eine Meldung. Dein Arbeitgeber erledigt sie, du lieferst die Unterlagen.
Steuern: 4 % und der Rest in Österreich
Liechtenstein behält 4 % vom Bruttolohn ein. Den Lohn versteuerst du in Österreich, die 4 % werden angerechnet. Nur wer für die öffentliche Hand arbeitet, zahlt allein in Liechtenstein.
Krankenversicherung für dich und die Familie
Wer in Liechtenstein arbeitet, muss sich dort versichern, außer er lässt sich innerhalb von drei Monaten befreien. Die Rechnung kippt, sobald Ehepartner und Kinder mitversichert werden sollen.
Kinderzulage und Differenzausgleich
Liechtenstein zahlt deutlich mehr pro Kind als Österreich. Arbeitet der andere Elternteil in Österreich, bekommst du die Differenz nur auf Antrag. Bis zu fünf Jahre kannst du sie nachfordern.
Pendeln: Parkplatz, Bonus, Bus und Bahn
Viele liechtensteinische Arbeitgeber verlangen Geld fürs Parken und zahlen einen Bonus, wenn du ohne Auto kommst. Das steht in keinem Bruttolohn, macht aber schnell 100 CHF im Monat aus.
Roaming im Rheintal
In Liechtenstein telefonierst und surfst du wie zu Hause. Wenige Meter weiter funkt die Schweiz, und die gehört nicht dazu. Das Handy wechselt, ohne zu fragen.
AHV, Pensionskasse, Arbeitslosigkeit
Vom Lohn gehen in Liechtenstein deutlich weniger Beiträge ab als in Österreich. Dafür musst du wissen, was später daraus wird: eine Teilrente der AHV, ein Pensionskassenguthaben und Arbeitslosengeld vom AMS.
Arbeiten in der Schweiz
Bewilligung G, Quellensteuer nach Kanton, Krankenkasse in Österreich, Pensionskasse und Säule 3a. Alles zu Schweiz auf einen Blick
Grenzgängerbewilligung G
Ohne die G-Bewilligung darfst du nicht anfangen. Beantragt wird sie vom Arbeitgeber, du bringst den Wohnsitz in Österreich mit.
Steuern: Quellensteuer und Anrechnung
Österreich besteuert den Schweizer Lohn und rechnet die tatsächlich in der Schweiz gezahlte Steuer an. Der Gehaltsvergleich ist nur eine Schätzung.
Sozialversicherung und Pension
Versichert bist du dort, wo du arbeitest: AHV, ALV, Pensionskasse und Unfallversicherung laufen in der Schweiz.
Krankenversicherung: KVG oder ÖGK
Grundsätzlich bist du in der Schweiz versicherungspflichtig. Innerhalb von drei Monaten kannst du dich für Österreich entscheiden.
Familie, Kinderzulage, Differenz
Familienleistungen werden zwischen beiden Ländern koordiniert: Ein Land zahlt vorrangig, das andere die Differenz.
Lohn, Bank und Wechselkurs
Der Lohn kommt in Franken, die Miete geht in Euro. Der Wechselkurs entscheidet mit über dein Einkommen.
Pendeln, Auto und Zoll
Mit dem eigenen Auto ist Pendeln unkompliziert. Aufpassen musst du beim Firmenwagen und beim Einkaufen.
Arbeitsrecht und Job
Es gilt Schweizer Arbeitsrecht. Das ist liberaler als das österreichische, mit weniger Schutz und weniger Ferien.
Vorsorge: AHV, Pensionskasse, 3a
Jedes Schweizer Arbeitsjahr baut AHV-Rente und Pensionskassenguthaben auf. Die dritte Säule lohnt sich für Grenzgänger nur bedingt.
Checkliste für den Start
In dieser Reihenfolge geht nichts verloren, vor allem nicht die Drei-Monats-Frist bei der Krankenversicherung.
Was bleibt netto?
Schweizer Sozialabgaben, geschätzte Quellensteuer, österreichische Einkommensteuer, Krankenversicherung. Die Schätzung rechnet alles in Euro um.
Werkzeuge
Lesen ist gut, rechnen ist besser. Alle Werkzeuge sind kostenlos und brauchen keine Anmeldung.
Gehaltsrechner
Netto in Österreich, in der Schweiz und in Liechtenstein, mit Quelle und Formel hinter jedem „i“.
Differenzausgleich-Rechner
Wer zahlt zuerst, wie hoch ist die Differenz bei den Kinderzulagen, und wie viel kannst du nachfordern?
Wegweiser Krankenversicherung
Krankenkasse dort, wo du wohnst. Ein paar Fragen, dann die Kosten für dich, Ehepartner und Kinder.
Roaming-Rechner
A1, Magenta und Drei: was die Schweiz und Liechtenstein kosten, welcher Tarif passt und wie hoch die Strafgebühr ohne Paket ist.
Start-Checkliste
Fünf Fragen, dann deine Aufgaben mit Fristen. Als Kalenderdatei oder mit Erinnerung per E-Mail.
Steuererklärung
Die österreichische Erklärung aus deinen tatsächlichen Jahreswerten, mit Anrechnung der ausländischen Steuer.